BESSERWISSER-BLOG

Ganz klar: Früher wussten die Christen immer alles besser und hatten immer Recht. Heute weiß MAN es zum Glück besser: Alle haben Recht! (Oder keiner.) Jedenfalls ist Religion enttarnt als belanglose Spielewiese für Menschen, die der Gedanke an Gott irgendwie tröstet.

Prima. Alle haben recht, natürlich besonders ich. Sonst hätte ich ja deine Meinung ;-) Und weil ich persönlich die Wahrheit mit Löffeln ... äh ... gegessen habe, gebe ich sie hier zum Besten. Jeder hat das Recht meine nicht maßgeblichen Gedanken zu lesen ... oder trotzdem bei deiner Meinung zu bleiben ;-) Viel Spaß oder gute Nerven!

INFO zum Blognamen: "Besserwisser leben den absurden Versuch, durch die Abwertung anderer, ihren eigenen Wert zu steigern." Klingt nach Pfarrer, oder?

 

Paul meint: "Erkenntnis macht aufgeblasen, die Liebe dagegen baut auf." (1. Kor 8,1 NGÜ; oder mit Lutherdeutsch gesprochen: "Erkenntnis bläht auf, aber die Liebt baut auf.")

Und "wenn jemand meint, er habe etwas erkannt, der hat noch nicht erkannt, wie man erkennen soll. Wenn aber jemand Gott liebt, der ist von ihm erkannt." (1. Kor 8,2-3)

Und weil das Leben widersprüchlich und nicht eindimensional ist, auch noch das: "Und ich bete darum, dass eure Liebe immer noch reicher an Einsicht und jedem Verständnis wird, damit ihr beurteilen könnt, worauf es ankommt. " (Der Paul halt. Phil 1,9-10.)

 

GOTT OR NOT

Hier eingestellt am 6.7.2020. Der folgende Text findet sich auch auf der Unterseite Poetry Slam.

Gott,
wer bist du?
Und wenn ja wie viele?
Viele Wege führen nach Rom. Aber welcher zu dir?

Gott, wer glaubt noch?
Und sind die, die glauben glaubwürdig?

Christentum – das klingt alt
nach Institution, eng und kalt.
Und Religion? – Bloß nicht! Halt! Ist Religion nicht die Quelle von so viel Gewalt?
Ja, und Wahrheit. Das ist doch nur ein anderes Wort für Intoleranz – nicht wahr?
Trifft Wahrheitsanspruch auf Macht, dann heißt es bald:
Wir haben Recht! Wer anders denkt, den machen wir kalt.

Schreit das nicht zum Himmel?
Oder schreit der Himmel nicht vielleicht selbst? –
über eine Menschheit, die alles liebt, was ihr gefällt,
– nur eben nicht die Wahrheit.

Die Wahrheit hat Hand und Fuß
und doch wird sie mit Füßen getreten
bespuckt und ans Kreuz geschlagen.
Die Wahrheit hat durchbohrte Hände und Füße.

Gott als Quelle der Gewalt? Seht auf die gekreuzigte Gestalt!
Das Kreuz spricht Bände
Gott erleidet Gewalt durch Menschhände
Der Mensch will dich nicht, Gott. Für ihn bist du tot.
Und doch: Für ihn bist du gestorben.

 

Mehr Poetry-Slam made in Dentlein: HIER.

 

 

DER GLAUBE AN EINEN TOLERANTEN GOTT MACHT TOLERANT* (Klingt logisch - ist aber so ;-)

ODER: 1+1+1=1

Eingestellt am 7.7.2020

Eine echt monotheistische Religion hat es relativ schwer tolerant zu sein** - noch dazu, wenn es sich um Buchreligionen handelt (was vermutlich nicht zufällig manchmal zusammenfällt).

Der christliche Glaube ist weder ein strenger Monotheismus im klassischen Sinne, noch eine echte Buchreligion im klassischen Sinne.

MORE dazu: demnächst :-)

* Tolerant, aber nicht beliebig. Offen, aber nicht weich.

** In unserer postmodernen Gesellschaft fallen wir dagegen leichter auf der anderen Seite vom Pferd runter: nämlich auf die Seite "Beliebigkeit": sei es a) in Form von Gleichgültigkeit (kommt von 'gleich-gültig'! => Folge: "Was um mich herum passiert, ist mir doch egal. Hauptsache mein Leben ist bequem."), sei es b) in Form von Radikalisierung (= meine Ansicht - z.B. in gesellschaftlichen Fragen - hat sich durchzusetzen).

Jesus, nebenbei bemerkt, hatte sehr klare Positionen und hat den Mund deutlich aufgemacht, aber er hat seine Positionen nicht mit Macht gegen andere durchgesetzt. Sondern er ließ seine Position buchstäblich aus der Welt drängen. Er ließ sich lieber Gewalt antun, als andere (die falsch lagen und ihm Unrecht antaten) zu bevormunden oder sich auch nur mit Mitteln der Macht zu wehren. Das liegt nicht an seiner Art. Sondern an seiner Botschaft! Die er nicht nur redete, sondern bis in die letzte Faser lebte.

"Einer achte den Anderen höher als sich selbst." (Bis hin zu: "Liebt eure Feinde".) Jesus hat es nicht anderen gepredigt (Doch das hat er AUCH getan, aber VOR allem:) ER hat es gelebt! (Bis an die Grenze seines Lebens.)

Und wenn der christliche Glaube war wäre, dann gilt das nicht für einen Mann aus Nazareth, sondern für Gott persönlich! ER, der Schöpfer, der Herr und Meister, lässt sich von seinen Geschöpfen verhöhnen und aus dieser Welt trängen. ER betet für diese Menschheit, die so durch die Jahrtausende ihm dankt: Vater, vergib Ihnen, den sie wissen nicht was sie tun. Und er stirbt aus LIEBE zu denen, die ihn nicht LIEBEN den Foltertod durch ihre Hand - und spricht zu jedem, der es für sich annimmt: Weil du es mir wert bist! Mein Leib, für DICH gegeben. Mein Blut, für DICH vergossen. Nimm und iss. Nimm und trink. Ich sterbe für dich, weil ich will, dass du etwas bekommst, das du nicht aus dir selbst hast: ewiges Leben. Ich, dein Gott, gebe mich bzw. mehr noch als mich, nämlich das Kostbarste, was ich habe. Das, was mich am meisten kostet und mich am meisten schmerzt. Und es ist kein Zufall, dass der einzige Vergleich, der bei Menschen dazu in Frage kommt durch Gott überboten wird: Eltern sind unter Umständen bereit alles zu geben für das Kostbarste, das sie haben: Ihre Kinder. Wie viele Mütter würden lieber anstelle ihrer Kinder leiden, wenn das ginge. Gott auch. Und er geht für seine pubertäre Menschheit, die sich so gerne von ihm abnabelt und ihm sagt: für mich bist du tot, sogar noch weiter und sagt: Nein nicht ich, sondern mein einziger geliebter Sohn: den habe ich in den Tod für dich gegeben. Du wirst das nicht verstehen. Denn keine menschliche Mutter, kein menschlicher Vater, der bei Sinnen ist, würde das tun: SEINE KINDER, sein EINZELKIND für Fremde, die ihn ignorieren, missverstehen, verleumden, verfluchen, wie Luft behandeln, nicht nach ihm fragen, ... bewusst in den Tod geben zu deren gunsten. (Römer 5,6-8; Johannes 3,16)

Wenn es in der Bibel heißt "Gott ist Liebe", dann ist damit kein romantisches Gefühl gemeint. Sondern der HÖLLISCHE Schmerz eines Vaters, der sein Kind verliert, um andere als Kinder zu gewinnen!

Ja, das klingt nicht nur verrückt. Das ist es! Der christliche Gott ist alles. Nur nicht normal!

Falls das für dich irgenwie auch zutreffen solllte: Dann könntet ihr beiden ganz gut zusammen passen. Er jedenfalls sieht die Sache so - glaube ich ;-)

Jesus - ein Besser-wisser? Ja, aber verkannt. Ein Bessermacher? Ja, der auf Widerstand traf. Ein Bessserhaber? Nein, was hatte er denn während seines Lebens, worum man ihn beneiden hätte können?

Und sollte an der Geschichte mit Weihnachten etwas dran sein und das Kreuz mehr sein als ein weiteres peinliches "Versehen" in der Menschheitsgeschichte, dann ist der Sohn Gottes persönlich bzw. Gott (2. Korinther 5,19) durch die Hölle gegangen, damit uns der Himmel offen steht, wenn wir uns diesem Geschenk öffnen.

Lass dich nicht überwinden vom Bösen - heißt es im Neuen Testament - sondern, überwinde das Böse mit Gutem. DAS ist die christliche Mission. Weil es Gottes Mission durch Christus war und ist. Jesus dreht den Spieß um. Und richtet ihn auf den, der unschuldig ist. Auf sich. Jesus leidet lieber, als Unrecht zu begehen. Alle die Adamsgene in sich tragen, wählen im Zweifel den umgekehrten Weg, den des Wohl-standes. Jesus sagt: wenn es wirklich keinen anderen Weg gibt, dann trinke ich den bitteren Kelch. Denn Dinge, die wichtig sind, kosten etwas. Nicht die anderen, sondern immer mich selbst. (Und dummerweise sind mir meine verqueren Geschöpfe so wichtig, dass ich alles zurücklassen würde für sie - und sei es der Himmel oder mein eigenes Leben.) Christliche Missionierung nimmt immer Leiden in Kauf! Das eigene! (Sonst ist es nur dem Namen nach christlich?) Warum würde man das tun? Weil ein anderer bereit war mich so zu lieben. Für mich zu leiden. Für mich durchs Feuer zu gehen. UND: Mich so unannehmbar wie ich noch bin anzunehmen.

"Mein Kind." "Ich liebe dich. Leiden-schaftich" Diese Worte sollen auch andere in ihrem Herzen hören. Denn dazu hat er - so spüre ich es inzwischen - uns erschaffen. Mission heißt: das Feuer, das in Jesus brannte und auch am Kreuz gerade nicht ausgelöscht wurde (agape/Liebe zu uns), hat mich angesteckt (wenn auch unvollkommen) und kann auch andere anstecken, wenn ich es nicht unter den Scheffel stelle. Nicht falsch verstehen: Nicht mein Feuer. Sondern sein Feuer. Wenn ich jemanden anstecke, wird er eher krank ;-) Glauben heißt: Sich dem anvertrauen, der bereit ist alles für mich zu geben in der Gewissheit ...Röm 8,32.

Ich weiß, Christen haben der Welt eine andere Botschaft gebracht. Vielleicht waren ihre Worte immer wieder richtig. Anderes hat dann lauter gesprochen. Wir Christen sind schuldig. Schuldig daran, dass es in Europa immer weniger Christen gibt. Weil wir taub sind und stumm. Und manchmal einfach nur dumm. Weil wir vor lauter Religion, Christus nicht mehr sehen.

Christen haben viel Scheiße gebaut. Und sie tun es noch heute. Auch die Pfarrer. Aber das liegt nicht an Jesus. Nicht an Gott. Doch irgendwie schon. Weil er lässt sogar seinem Bodenpersonal die Freiheit, seinen Namen vor der Welt in den Schutz zu ziehen (durch Gedanken, Worte und Taten).

 

 

IST DAS CHRISTENTUM DIE WAHRE RELIGION?

Hier eingestellt am 6.7.2020

Hier ein paar Thesen, für den Fall, dass "Ja" als Antwort stimmt ;-)

Thesen zur christlichen Wahrheit, wie sie am Kreuz offenbart wurde: "Die Identität von Wahrheit und Liebe"

- Als Christ zu glauben, dass sich Gott in Christus letztgültig offenbart hat, bedeutet, in der Spannung damit leben zu müssen, dass einem Großteil der Menschheit diese Wahrheit verborgen ist, ja als Torheit oder Ärgernis erscheint.

- Das Wissen um Jesus als den Weg, die Wahrheit und das Leben, ist (aufgrund seines spezifischen Inhalts: der Person Jesus Christi und seines sich selbst entäußernden und dem anderen dienenden Weges) kein Herrschaftswissen und kann nicht auf dem Weg der Gewalt, des Hasses oder der Hochmut in diese Welt getragen werden. Bzw.: Die spezifisch christliche Wahrheit (= das Herr-Sein des Gekreuzigten; die wirksame Lebenshingabe des Gottessohnes für eine sich im Widerspruch zu Gott befindliche Welt; die Überwindung des Bösen durch die heilige Liebe, die bereit ist zu leiden und das Gegenüber zu lieben auch wenn es sich feindlich verhält; etc.) lässt sich unmöglich auf lieblose Weise weitergeben.

- Wo „Christen“ mein(t)en ihrem Herrn durch Gewalt, Abfälligkeit etc. anderen gegenüber zu dienen, sind sie der Wahrheit selbst entfremdet, verdunkeln diese und verunehren den Namen Jesu vor der Welt.

- Als Christusgläubige glauben wir an den, der aus Liebe für uns starb, als wir noch Feinde waren, der unsre Bosheit durch Gutes überwand und sich nicht vom Bösen überwinden ließ, der uns annahm als wir unannehmbar waren und uns in seiner Geduld trägt, wo wir noch schwach sind.

- Als so Geliebte, Angenommene, Getragene sind wir berufen zu lieben, wie er uns geliebt hat (d.h. auch den zu lieben, der mich nicht liebt, sondern mich als Feind behandelt), einander anzunehmen, wie er uns angenommen hat, einander zu vergeben, wie er uns vergeben hat, einander die Lasten zu tragen und einander höher zu achten als sich selbst, wie auch ER, der in göttlicher Gestalt war, sich erniedrigt hat für uns und nicht kam um auf uns herabzusehen und sich dienen zu lassen (was für den Schöpfer[/Schöpfungsmittler] aller Dinge angemessen gewesen wäre), sondern um zu dienen, sich für uns zu geben und uns (geringe Geschöpfe) so höher zu achten als sich (den Herr der Herren, den majestätischen und herrlichen [Sohn] Gott[es]) selbst.

 

 

PS: Jesus sagte nicht: Ich kenne die Wahrheit und sage sie dir (von oben herab). Sondern Christus sagt: Ich bin die Wahrheit (was eine noch viel größere Anmaßung ist!!). Und er sagte: Ihr nennt mich Herr und Meister und das zu recht, denn das bin ich. Und doch habe ich mich euch gegenüber wie ein Diener [wörtlich: Sklave] verhalten und euch die Füße gewaschen. Ein Christ sagt hoffentlich nicht: Ich weiß die Wahrheit und ich stülpe sie dir über (so wie ich gerade ;-). Sondern: "Ich bin ein fehlbarer Mensch, kann mich irren, aber der, der die Wahrheit ist, kennt mich und ich darf (trotzdem!) zu ihm gehören. Du übrigens auch, wenn du möchtest. Du bist ihm soviel wert, dass er auch für dich sein Leben gab ..." Und dann darf der andere schreiend wegrennen. Die Freiheit hat er. Er dürfte mich sogar anfeinden, belächeln, ignorieren, ... . Ist Jesus auch passiert. Am Kreuz zeigt sich deutlich, wer Personen mit nicht lebensförderlichen Meinungen, Positionen bzw. Weltanschauungen neben sich stehen lassen kann und wer nicht! Gott kann es

- und zum Dank dafür drängt man seine Position buchstäblich aus der Welt. (PS: Diese Geschichte - vom Leiden und Sterben des Christus - ist eventuell auch im Blick auf unsere theologischen Fakultäten und Fachschaften aufschlussreich: Die für unser Leben an sich hilfreichen Institutionen und religiösen Experten versagen, wenn es darum geht im Mann von Nazareth, den Christus und Sohn Gottes zu erkennen und versuchen das Volk von ihrer Sicht, die Christus verkennt, zu überzeugen. Mir geht es wirklich so, dass ich mich im Blick auf unsere akademisch-theologische Landschaft frage, ob sie 1. Korinther 1,18-29 versteht und ernstnimmt.)

Mehr zum Thema "Glauben denken" findest du auf unserer Website sowohl HIER als auch HIER.

Vortrag "Jesus und die Weltreligionen" von Johannes Hartl: HIER.

Buchtipp: "Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur" vom indischen Religionsphilosophen Vishal Mangalwadi. Als Buch der Bücher wurde die Bibel aus der Mitte gedrängt und längst haben andere Kräfte ihren Alleinstellungsanspruch in den Ring geworfen. Dieser Verlust der Mitte ist heute mit Händen zu greifen. Vishal Mangalwadi hat genau das großartig dokumentiert. Vor allem aber konzentriert er sich auf die Epochen der Gravitationskraft der Bibel, die über Jahrhunderte hinweg immer wieder Menschen inspirierte und Kultur erschuf. Ob Menschenrechte, technologischer Fortschritt, Musik, Architektur oder Demokratie-Entwicklung: Immer stand die kulturprägende Kraft der Bibel jenen Menschen ZUR SEITE, die die Welt mit neuen Innovationen beschenkten. "Das Buch der Mitte" ist das seltene und glückliche Zusammenkommen von lebendiger Erzählung, nüchternem Indizienaufweis und überraschenden Einsichten. https://www.scm-shop.de/das-buch-der-mitte.html

 

Welche christliche Konfession ist die richtige?

Mehr Messages aus Dentlein: HIER.

 

Schließen sich Wahrheit und Toleranz aus? Kurzes Statement von Prof. Dr. Matthias Clausen